Koh Samui

Staat: Thailand

Provinz: Surat Thani

Hauptstadt: Na Thon

Fläche: 247 km²

Geografische Lage: 9° 30' 7" n. Br. - 99° 59' 35" ö. L.

Einwohnerzahl: 34.717

Zeitzone: UTC+7 (MEZ+6, MESZ+5), keine Sommerzeit

Klimazone: Tropen (monsunal)

Internationale Telefonvorwahl: Vorwahl (+66) 077

IATA-Code USM

Geographie
Koh Samui ist eine östlich des Isthmus von Kra, etwa 35 km vom Festland entfernt, im Golf von Thailand gelegene Insel (thai: Koh oder Ko) in Thailand.

Samui ist, nach Phuket und Koh Chang, die drittgrößte Insel Thailands. Sie ist Teil des Samui Archipels (Muu Koh Samui), zu dem auch etwa 60 weitere Inseln gehören; darunter Koh Phangan, Koh Tao, Koh Nang Yuan und die rund 40 Inseln des Ang Thong Nationalparks (Schauplatz des Romans "The Beach", aber nicht Drehort des Films).

Das Landesinnere ist eine zum Großteil von Sekundärwald bedeckte Berglandschaft. Der ursprüngliche Urwald wurde bis auf wenige Reste schon vor langem abgeholzt um Raum für Plantagen zu schaffen. Höchster Berg ist der 635 m hohe Khao Thai Kwai im Südwesten der Insel.

Obwohl schon mehrere hundert Jahre Teil des Königreiches Siam, ist Samui erst seit 1896 ein der Provinz Surat Thani zugeordneter Distrikt (Amphoe). Der Distrikt ist in sieben Verwaltungsbereiche, Tambons, unterteilt: Ang Thong (National Marine Park Ang Thong), Li Pa Noi, Taling Ngam, Na Mueang, Ma Ret, Bo Phut und Maenam. Hauptstadt, größter Hafen und Handelszentrum der Insel ist Na Thon an der Westküste.

Geschichte und Kultur

Der Ursprung des heutigen Namens Samui konnte noch nicht endgültig geklärt werden. Möglicherweise leitet er sich vom Namen eines einheimischen Baumes, des Mui, her. Eine andere Erklärung ist die Ableitung vom chinesischen Wort Saboey, das "sicherer Hafen" bedeutet.

Samui ist, glaubt man den Legenden die darüber erzählt werden, schon seit 1500 bis 2000 Jahren zumindest zeitweise besiedelt worden. Damals sollen chinesische Seefahrer auf der Insel gelandet sein um frisches Trinkwasser aufzunehmen und ihre Schiffe zu reparieren. In alten Karten aus der Zeit der Ming-Dynastie in China wurde die Insel unter dem Namen Pulo Cornam erstmals 1687 eingezeichnet. Schiffswracks, die vor der Küste Samuis entdeckt wurden, enthielten chinesische Keramiken aus dem 17. Jahrhundert. Samui war auch Fischern aus dem südlich gelegenen Malaysia schon lange bekannt. Im 18. Jahrhundert ließen sich von der chinesischen Insel Hainan kommende Siedler dauerhaft nieder, zu denen bald auch Thais vom Festland stießen. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen schließlich noch muslimische Fischer aus den südlichen Provinzen Thailands hinzu. Diese Mischung der Ethnien und Religionen und das autarke Dasein ließ die Inselbewohner ein ganz spezielles Selbstbewußtsein entwickeln. So sehen sie sich selbst nicht nur als Thai, sondern vor allem als Chao Samui, das "Volk von Samui".

Die Mehrheit der Bewohner sind heute Anhänger des Theravâda-Buddhismus. Wie in den anderen südlichen Provinzen Thailands ist der Anteil der Muslime mit 20 % relativ hoch. Während aber auf dem Festland seit Jahrzehnten immer wieder teils gewalttätige Konflikte zwischen den buddhistischen und den muslimischen Thai ausbrechen, leben sie auf Samui friedlich neben- und miteinander. Der Unterschied ist vor allem der, dass die Chao Samui eine gemeinsame Geschichte haben, während die Provinzen am Festland nahe der Grenze zu Malaysia früher eigenständige Fürstentümer oder muslimische Sultanate waren.

Samui beherbergt eine Reihe buddhistischer Tempel und Pagoden. Am bekanntesten ist die vergoldete 12 Meter hohe Buddha-Statue, der "Big Buddha", die 1972 auf der kleinen vorgelagerten Insel Koh Fan gegenüber des nördlichen Strandes Bang Rak errichtet wurde. Weniger bekannt ist die am südlichsten Kap der Insel erbaute, ebenfalls vergoldete, Laem Sor Pagode. Im Wat Khun Aram, nahe des Ortes Ban Hua Thanon, ist der mumifizierte Leichnam des Mönches Loung Pordaeng zu sehen, der 1973 als 79-jähriger während der Meditation verstarb und dessen Körper, immer noch in der selben sitzenden Position, kaum Zeichen von Verwesung aufweist.
Das älteste heute noch bewohnte Haus auf Koh Samui ist rund 150 Jahre alt.

Wirtschaft und Tourismus

Traditionell waren Fischfang und die Bewirtschaftung von Palmenplantagen die wichtigsten Wirtschaftszweige. Auch heute noch sind die Erzeugnisse der Plantagen nach dem Tourismus die größte Einnahmequelle. Exportiert wird vor allem das aus den Kokosnüssen gewonnene Kopra. Außerdem werden aus den Fasern der Nüsse Matten gemacht, das Holz als Baumaterial und zur Herstellung von Alltagsgegenständen genutzt und immer noch manchmal die Blätter zum Decken von Häusern verwendet. Weitere landwirtschaftliche Produkte sind vor allem die wegen ihres "Geruchs" berüchtigte Durian sowie Rambutanfrüchte (thai: Ngo Rong Rian).

In den 1970er Jahren wurde Samui von Aussteigern (siehe auch Hippie) "entdeckt", die zuvor bereits auf Ibiza, in Goa und Bali zu unfreiwilligen Wegbereitern des Massentourismus geworden waren. Es dauerte allerdings bis in die späten 1980er Jahre bis Samui zum Ziel "normaler" Fernreisender wurde. Bis dahin war die Anreise, eine Nachtfahrt mit dem Zug von Bangkok nach Surat Thani gefolgt von einer mindestens dreistündigen Fahrt mit dem Schiff zur Inselhauptstadt Na Thon, zu kompliziert und anstrengend gewesen. Dann wurde die Anreise zuerst mit klimatisierten Bussen und eigenen Fähren vereinfacht und 1988 schließlich der Flughafen (IATA-Code: USM) im Nordosten der Insel eröffnet (erbaut und exklusiv betrieben von der privaten Fluggesellschaft Bangkok Airways). Der knapp 90-minütige Flug von Bangkok machte Samui zur leicht erreichbaren "Trauminsel" für internationale Reiseveranstalter und ihre Kunden. Der Flughafen wird mittlerweile (2004) auch von Singapur, Phuket, Pattaya und Krabi aus angeflogen. Heute besuchen jedes Jahr etwa 1 Million Touristen aus aller Welt die Insel. Die bei Touristen wegen der breiten Strände und des feinen Sandes beliebtesten Küstenabschnitte sind die Strände von Chaweng, dem touristischen Zentrum Samuis, und Lamai im Osten und - für jene, die eine ruhigere Umgebung bevorzugen - Mae Nam und Bo Phut im Norden.

Fähren verbinden Na Thon unter anderem mit der Provinzhauptstadt Surat Thani am Festland, sowie den nördlichen Nachbarinseln Koh Phangan (auch erreichbar von Mae Nam und Bo Phut) und Koh Tao.